Detail-Welten mit der Smartphonekamera entdecken

Detail-Welten mit der Smartphonekamera entdecken

Detail-Welten mit der Smartphonekamera entdecken

Geschrieben von

Simone Naumann

Makrofotografie ist für Smartphone Fotograf:innen längst kein Tabu mehr. Im Gegenteil war es noch nie so einfach sich der Miniaturwelt zu nähern. Und das alles dank unserer Hosentaschenkamera.

Du denkst darüber nach, deine Produkte selbst zu fotografieren und online zu präsentieren? Makroaufnahmen bieten (potentiellen) Kund:innen einen besonderen Mehrwert. Ein Blick auf die Beschaffenheit der Materialien ist sehr aufschlussreich und du kannst die Highlights und Stärken deiner Produkte besonders hervorheben. 

Makroaufnahmen bekommen in den sozialen Medien sehr viel Aufmerksamkeit. Die besonderen Perspektiven bieten interessante, neue Einblicke, können Fragen beantworten oder neue stellen und deine Zielgruppe dadurch nochmal anders ansprechen. Visual Storytelling funktioniert hier anders, kann aber ebenso wirkungsvoll sein.

Was du brauchst und worauf du achten musst, wenn du dich mit dem Smartphone den Detail-Welten näherst?

Den richtigen Abstand wahren.

Im Gegensatz zu anderen Kameras ermöglicht das Smartphone viel Nähe zum Motiv. Traue dich so nah wie möglich an dein Motiv heran. Beachte dabei, dass verschiedene Smartphone-Modelle unterschiedliche Naheinstellungsgrenzen haben. In der Regel reichen diese von 2 – 10 cm. Ist dein Bild unscharf, bist du zu nah dran und kannst die Schärfe durch Vergrößern des Abstandes wieder herstellen.

Schärfe punktgenau setzen

Erste Voraussetzung für gute Schärfe ist eine geputzte Linse. Bei einer verschmutzten Linse, und das kommt ziemlich oft vor, funktioniert der Autofokus nicht mehr und deine Bilder werden unscharf. Brillenputztücher eignen sich wunderbar für die Reinigung.

AF/AE Sperre aktivieren

Bei geringem Abstand zum Motiv sucht die Kamera ständig Elemente im Bild, auf die sie scharfstellen kann. Oft mit dem Ergebnis, dass die Aufnahmen mal unscharf, mal scharf sind. In dieser Situation hilft die AF/AE-Sperre. Tippe dazu mit dem Finger zwei Sekunden auf dein Display. Es erscheint am Bildrand der Hinweis AF/AE-Sperre. Jetzt bleibt die Schärfeeinstellung so lange fixiert bis du wieder mit dem Fingen auf dein Display tippst.

In der Ruhe liegt die Kraft.

In der Makrofotografie vergrößerst du nicht nur die Details deines Motivs, sondern auch die sonst unmerklichen Bewegungen deiner Hände beim Fotografieren.
Jede kleine Bewegung mit dem Smartphone – besonders im Moment des Auslösens –  führt zu Unschärfe. Gerade für Produktfotografie ist ein kleines Stativ ein wertvoller Helfer.

Ich nutze am liebsten das Pixi von Manfrotto. Durch den Kugelkopf ist mein Smartphone sehr beweglich, ich kann es individuell und punktgenau auf mein Motiv ausrichten und habe die Hände frei, mein Motiv zu arrangieren oder das Licht zu platzieren.
Zusätzliche Verwacklungen kannst du auch vermeiden, indem du den Selbstauslöser aktivierst oder oder einen Bluetooth-Fernauslöser verwendest.

Das richtige Licht

Achte darauf, dass dein Motiv gut ausgeleuchtet wird. Umso besser das Licht, desto besser ist auch die Qualität deiner Aufnahmen. Reicht das Tageslicht nicht aus, sind kleine externe Lichtquellen gefragt.

Die kleinen LED Lichter von Manfrotto eignen sich hervorragend dafür. Die Lichtstärke ist einstellbar und Teil des gelieferten Pakets sind Filter für beispielsweise weiches, schattenfreies Licht.

Blitze für dein Smartphone

Perfekt für Makrofotografie sind die Profoto Blitze für Smartphone der C1 und C1 Plus. Er verhilft dir zu professionellen Bildern und wird in der Smartphone-Produktfotografie unentbehrliche werden. Die Dauer der Belichtungszeit sowie die Lichtstärke stellst du in der Profoto Kamera App manuell ein und kommst so zu effektvollen Aufnahmen.

Ganz wichtig zum Thema Licht: Wer regelmäßig Produkte fotografiert und diese Online z.B. in einem Shop präsentiert, sollte immer mit künstlichen Lichtquellen, einheitlicher Lichtstärke und gleicher Farbtemperatur arbeiten. Damit bekommen deine Bilder einen einheitlichen Look und dein Onlineshop ein geschlossenes Erscheinungsbild.

Noch näher dran

Um den Motiven so richtig nah auf die Pelle zu rücken benötigst du entweder eine App oder – besser – ein Makroobjektiv. Objektive für das Smartphone werden meistens im Set mit anderen Objektiven (auch Brennweiten genannt) angeboten und in der Regel mit Klemme, Magnet oder Gummiband auf der Kamera des Handys befestigt. Diese Objektive sind klein und preisgünstig. Achte bei der Anschaffung aber auf die Halterung und prüfe, ob diese wirklich zu deinem Smartphone passt. Befestige dein Makroobjektiv genau mittig über der Linse und achte darauf, dass keine Ränder mehr im Livebild zu sehen sind.

Ich nutze das Set von Lexure und bin damit sehr zufrieden. Eine Vielzahl an Objektiven und Qualitätsvergleiche findest du hier:

App-Tipp

Willst du dich dem Thema erstmal langsam nähern und etwas experimentieren, dann empfehle ich dir die App Camera+ (für IOS). Übe zu Beginn mit ruhigen und unbeweglichen Motiven. Gehe so nah wie möglich an dein Motiv heran und fixiere den Autofokus (AF/AE Sperre). Wenn das Bild sich nicht mehr scharfstellen lässt, ist die Grenze erreicht.

Aus Alt mach Neu.

Ich habe schon einiges ausprobiert: eine Lesebrille vor die Kamera gehalten, eine Lupe oder einen Wassertropfen auf der Smartphone-Kamera platziert. In der Smartphone Fotografie sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Es gibt viele gute Hacks um Linsen selbst zu bauen. Wer zum Beispiel zu Hause noch einen ausgediente Save & Exit n DVD Player hat, einen Laserpointer oder eine alte Einwegkamera, kann diese eingebauten Linsen nutzen um ein Objektiv zu bauen.  

Wie das geht, erfährst du hier.

Wasser tut es auch

Wasser auf dem Smartphone? Mit einem kleinem Wassertropfen auf der Linse sollte das Gerät keinen Schaden nehmen. Und genau dieser Wassertropfen dient als perfekte Linse. Platziere ihn mit einer Pipette direkt in der  Mitte deines Kameraobjektives. Durch die Oberflächenspannung bleibt der Tropfen auf dem Objekt haften.

Diese coolen Jungs hier haben noch einen besseren Tipp. Sie arbeiten mit Gelatine.

 

 

Zusammengefasst empfehle ich für Makrofotografie die folgenden Gadgets.

■■ Makroobjektiv

■■ Stativ

■■ LED-Licht oder Blitz

■■ Fernauslöser

Die Makrofotografie ist ein spannendes Tool für alle, die gern genauer hinschauen und Fans von Details sind.

Suchtgefahr ist vorprogrammiert. Wenn du einmal deine gewohnte Umgebung mit völlig neuen Augen entdeckst, willst du damit nicht mehr aufhören.  

Für Inspiration und kreative Ideen empfehle ich dir die Facebookgruppe der SMARTphotoschule.
Unter dem Hashtag
#nahran oder #Makro findest jede Menge tolle Bilder und Beispiele zum üben.

Schicke uns gleich eine Beitrittanfrage und werde Teil der Community:

Mehr wissen?

Für Produktfotografie mit dem Smartphone bieten wir individuelle, auf dich zugeschnittene Einzeltrainings von 2-3 Stunden an. Hast du Interesse deine Produkte professionell zu visualisieren, dann nimm’ gern Kontakt mit uns auf.

  

Hier steht ein Text für die Suchmaschinen, eine Art Subline...

Die Köpfe hinter der Akademie

Newsletter

Einmal monatlich aktuelle Kurstermine, Fototipps und Neuigkeiten aus der SMARTphotoschule.

* Pflichtfeld